Kurzantwort: Der Siphon (Geruchsverschluss) hält durch einen Wasservorrat Kanalgerüche aus der Wohnung fern. Trocknet er aus oder ist er verstopft, dringen unangenehme Gerüche herein. Die Lösung ist meist einfach: Wasser nachfüllen, reinigen oder das Bauteil austauschen.
Wie funktioniert der Geruchsverschluss?
Jeder Abfluss in Ihrer Wohnung, ob Waschbecken, Dusche, Badewanne oder Spüle, ist mit einem Siphon verbunden. Dabei handelt es sich um ein gebogenes Rohrstück, das immer eine kleine Menge Wasser enthält. Dieser Wasservorrat bildet eine physikalische Barriere zwischen dem Rauminneren und dem Kanalnetz. Da Gase und Gerüche aus dem Kanal nicht durch das Wasser gelangen können, bleibt die Wohnung geruchsfrei.
Formen des Siphons
- P-Siphon: Der klassische Typ unter Waschbecken und Spülen, durch seine Form leicht erkennbar
- Flaschensiphon: Kompakter Aufbau, häufig unter Möbelabdeckungen eingebaut
- Geruchsverschluss im Boden: In Duschen und Bodenabläufen als flaches Bauteil verbaut
- Gerätesiphon: Anschluss für Waschmaschinen und Geschirrspüler
Typische Probleme und ihre Ursachen
Ausgetrockneter Siphon
Der häufigste Grund für Kanalgerüche ist ein ausgetrockneter Siphon. Das passiert, wenn ein Abfluss längere Zeit nicht benutzt wird, zum Beispiel im Gäste-WC, in einer Ferienwohnung oder nach dem Urlaub. Das Wasser verdunstet, die Barriere ist weg, und Kanalgerüche strömen ungehindert in den Raum.
Lösung: Lassen Sie für einige Sekunden Wasser ablaufen. Damit füllt sich der Siphon sofort wieder auf. Bei Bodenabläufen, die selten genutzt werden, empfiehlt sich ein Guss Wasser mit einem Schuss Speiseöl, das die Verdunstung verlangsamt.
Verstopfter Siphon
Haare, Seifenreste und Fettablagerungen können den Siphon so weit verschmutzen, dass er zwar funktioniert, aber dennoch schlechte Gerüche abgibt. Außerdem kann ein teilweise verstopfter Siphon dazu führen, dass Wasser langsam abläuft.
Lösung: Den Siphon ausschrauben, entleeren und gründlich spülen. Stellen Sie vorher einen Eimer darunter, da immer Wasser enthalten ist. Ein Siphon lässt sich in wenigen Minuten reinigen und wieder einbauen.
Druckausgleichsprobleme
Wenn Wasser aus dem Siphon herausgesaugt wird, obwohl niemand den Abfluss benutzt, liegt oft ein Druckproblem in der Fallleitung vor. Starke Wassermengen aus oberen Stockwerken können den Luftdruck so verändern, dass das Siphonwasser abgesaugt wird. Abhilfe schafft eine Rohrbelüftung oder eine bauliche Anpassung der Leitungsführung.
Wann muss der Siphon ausgetauscht werden?
Wenn der Siphon gerissen, porös oder dauerhaft verformt ist, muss er ersetzt werden. Kunststoffsiphons sind günstig und von Heimwerkern leicht zu wechseln. Ältere Chromsiphons aus Metall können teurer sein, halten aber oft deutlich länger. Bei hartnäckigen Gerüchen, die nach Reinigung und Neubefüllung nicht verschwinden, lohnt es sich, einen Fachbetrieb in Hamm zu beauftragen, der die gesamte Rohrführung prüft.
Vorbeugung
- Selten genutzte Abflüsse mindestens einmal monatlich kurz ablaufen lassen
- Haarsiebe verwenden, um den Siphon vor Verstopfungen zu schützen
- Fette und Öle niemals in den Abfluss gießen
- Siphons alle ein bis zwei Jahre vorsorglich reinigen